Stationen

So kommt man auf fast 10.000 km

Die auf der Karte angezeigten Sternchen und Ortschaften waren unsere Stellplätze, zu 90 % in der Pampa, also keine Campingplätze.

Tour begann Ende Mai in Südwesten Deutschlands und endete dort auch wieder. Sie führte über Fehmarn – Dänemark (Inseln) – Schweden – Finnland – Norwegen – Dänemark (Festland) – zurück nach D.
Fahrzeug war unser wendiger und für zwei Personen ausreichend Platz und Comfort bietender Karmann Colorado auf VW T4 Basis (Bj. 1997) mit 75 kw. Dabei hatten wir zwei MTBs auf dem Heckträger, die ab und zu, aber insgesamt viel zu selten genutzt wurden. Wir sind viel lieber in der Natur gewandert und das geht auf unbefestigten Pfaden im Gelände zu Fuss eben einfacher als per Bike.

Allgemeines

Dieser Bericht setzt den Schwerpunkt auf die grobe Beschreibung unser im Jahre 2016 gemachten Nordlandtour. Im Jahr 2017 haben wir den südlichen Teil Schwedens und Norwegens bereist. Diese Tour wird demnächst bearbeitet. Besondere neue Erfahrungen in den einzelnen Ländern, persönliche Erlebnisse, Begegnungen mit anderen Reisenden oder Menschen kommen in diesem Bericht bewusst zu kurz. Sie würden m.E. den Gesamteindruck stören und vom für uns Wesentlichen, dem Naturerlebnis, das diese wilden, dünnbesiedelten manchmal unwirklich schönen Landschaften bieten, ablenken.
Deshalb viele Fotos mit relativ kurzen Texten. Die Fotos habe ich pixelmäßig verkleinert, um eine schnellere Bearbeitung zu gewährleisten.

Stationen: Deutschland ade

Aufbruch

Nach einer ruhigen Nacht im kleinen Fischerhafen von Burg und nach dem obligatorischen Fisch-/Krabbenbrötchen, das man dort direkt ganz frisch zubereitet erhält , gehts zum Fährhafen Puttgarden. Ohne große Wartezeit und ohne Reservierung gehts auf die Fähre nach Rødby (DK).

Stationen: Schwedenhappen

Schwedische Impressionen

Per Fähre erreichen wir Rødby in Dänemark. Wir wollen möglichst schnell nach Schweden. Deshalb ohne Aufenthalt an Kopenhagen vorbei (siehe demnächst Tour 2017) nach Helsingør, von dort mit der Fähre übern Øresund. In Helsingborg betreten wir schwedischen Boden. Hinter Halmstad finden wir einen ruhigen Stellplatz, direkt hinter den Schären mit Blick auf das ruhig darliegende Kattegat. Das nächste Ziel ist der „Inlandsvägen“, die durchgehend gut ausgebaute E 45, die sich ab Göteborg in nördlicher Richtung durch Zentralschweden hinaufzieht bis zur finnischen Grenze. Wir fahren ohne großen Halt mitten durch Göteborg. Die schöne Stadt wollen wir auf dem Rückweg ausgiebig besuchen. Wir wollen erstmal raus in die freie Natur und die haben wir schon bald hinter Göteborg erreicht. Die Besiedelung nimmt nur wenige Kilometer hinter der Metropole deutlich ab. Ab jetzt ist Schweden so, wie wir uns das in etwa so vorgestellt haben, nur besser.
Die folgenden Fotos sprechen für sich.

Stationen: Finnland – Norwegen

Nordkapp in Sicht

„Nordkappfahrer kommst Du nach Finnland rein, fahr nicht daneben, fahr mittenrein!“ so könnte man reimen, wenn man die 45er Route nimmt. Denn so schnell und unverhofft wie man in Finnland drin ist, so schnell ist man wieder draußen, und dann in Norwegen. Die rund 400 km bis zum Kapp sind jetzt nur noch ein Katzensprung für uns.
Eine Übernachtung in Finnland auf einem Parkplatz an der E 93 mit Seeblick muss aber sein. Leider sehr laut und was ist los? Es hat doch tatsächlich geschneit, es ist affenkalt und windig bis stürmisch, es bläst aus nördlicher Richtung. Die Heizung läuft und wir sind froh, dass wir nicht auf Fahrrädern dem Wetter trotzen müssen. Haben wir doch auf der ganzen Strecke einzelne eiserne Nordkappler auf schwerbepackten Rädern gesehen, bewundert und oft bedauert. Die haben heute absolut harte Bedingungen. Wir müssen lediglich das Lenkrad fest anfassen, damit unser WoMo nicht in den Graben geweht wird.

Stationen: Ganz im Norden

Nordnorwegen

Wir haben es tatsächlich geschafft! Und das bei Sonne und mit Sicht. Das hat nicht jeder, wie wir mehrfach hörten. Oft ist es hier so neblig, dass man die Hand vor Augen nicht sieht. So ein Glück und ein tolles Gefühl!

Wir genießen es, hier zu sein. Haben einen Platz in der ersten Reihe mit Blick ins Unendliche und können uns den Resttag und die ganze helle Nacht an diesem alle Welt anziehenden Ort umsehen und wohlfühlen. Schlafen können wir später. Magische Stimmung kommt auf, wenn spätabends alle Reisebusse mit ihren Menschen aus aller Welt ihre Rückreise angetreten haben und nur noch die Geräusche des Windes die Stille des Ortes übertönen.

Stationen: Inselhopping

Stationen: Inselhopping

Die nächsten Tage bewegen wir uns in südliche Richtung. Routenplanung wird schwieriger, da immer wieder schöne Inseln, Fjorde, Berge und reizvolle Ortschaften zu Umwegen verführen und auch viele kleine Sträßchen befahren werden wollen. Die Anzahl der Fährüberfahrten wächst. Das grobe Ziel Vesterålen und Lofoten haben wir nicht aus den Augen verloren.

Stationen: Nordland

Wieder fester Boden unter den Rädern

Da das Wetter nun endgültig in stabil regnerisch umgeschlagen ist, wird es nachts auch wieder fast dunkel. Ein komisches Gefühl, nach so vielen Tagen ununterbrochener Helligkeit.

Stationen: Trøndelag und Hedmark

Kontrastprogramm

Das quirlige Trondheim schauen wir uns ausgiebig an. Hier entscheiden wir auch, uns eine relativ direkte Inlandroute Richtung Süden zu suchen. Das südlich liegende Fjordland muss warten bis 2017, dann können wir diese spektakulären Regionen in aller Ruhe ohne Zeitdruck bereisen.
Aus diesem Grund nähern wir uns wieder der schwedischen Grenze und tasten uns an dieser entlang nach Süden. So durchqueren wir wieder meist dünnbesiedelte urige Gegenden in Sør-Trøndelag, besichtigen ein ehemaliges Kupferbergwerk, passieren auf Schotterstrecken langgestreckte Seen und pausieren mitten in der großen Skiarena Trysil, die allerdings jetzt im „Sommerschlaf“ liegt und schon in der Provinz Hedmark liegt. Hier können wir in einer Pizzeria auch ein WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Slowakei verfolgen, das die Deutschen 3:0 gewinnen. Außer uns interessiert sich aber niemand sonst für das Spiel, die Einheimischen schauen wohl lieber Wintersportarten an. Die ruhen jedoch zur Zeit.
Auf gleicher Höhe wie Oslo überqueren wir die Grenze nach Schweden.

Stationen: Göteborg

Stadtansichten

Nachdem wir so lange Zeit in der „Wildnis“ verbracht haben, gönnen wir uns zwei Tage die Unruhe einer Großstadt und stürzen uns ins Getümmel. Da Göteborg ein sehr gut ausgebautes Radwegenetz haben soll, dürfen unsere Räder endlich mal wieder vom Auto runter. Einen ruhigen gebührenpflichtigen Stellplatz finden wir oberhalb des Zentrums am Skatansvägen. Mit Hilfe der Fahrräder kommen wir auf den gut ausgebauten und beschilderten Wegen im Zentrum zurecht und können in aller Ruhe die meisten Sehenswürdigkeiten bequem anfahren und bestaunen. Eine kleine Besichtigungstour im offenen niedrigen Paddan, die um die Zentrumsinsel herumführt und im großen Hafenbereich an den Landungsbrücken der Großfähren vorbeiführt, darf natürlich nicht fehlen.

Stationen: Dänemarks Westküste

Entspanntes Ausrollen

In Frederikshavn entscheiden uns für eine Route über die für uns unbekannte Westküste Dänemarks. Den ersten stillen Übernachtungsplatz finden wir allerdings am Oststrand bei Voersa in einer kleinen Marina, die neben einigen Mitschläfern alle sanitären Einrichtungen bietet.

Stationen: Endspurt

Letzte Eindrücke

Bei Tønder überqueren wir die letzte Staatsgrenze unserer Reise. Damit sind wir wieder in Deutschland angekommen. Wir lassen die Reise ausklingen in Husum und Bremen, zwei Orte, für die wir uns noch ein bisschen Zeit nehmen, bevor es über die Autobahn heimwärts geht.

Fazit

Ja, was soll man sagen? Dieser Reisebericht soll mehr oder weniger Freude beim Betrachten der Fotos und Kurzberichte machen. Er soll vielleicht Lust darauf machen, die von uns bereisten Länder selbst zu erkunden. Auch wir sind einfach mal drauflos gefahren, mit dem groben Ziel Schweden/Norwegen. Das Nordkapp wollten wir eventuell erreichen, hatten uns aber nicht vorgenommen, es unbedingt zu sehen. Doch wenn man fährt, staunt, fährt und weiterstaunt ist man auf einmal sehr erstaunt, dass man nach einiger Zeit schon fast am Kapp ist. Im Prinzip haben wir jeden Tag neu entschieden, wie es weitergeht, ohne die grobe Richtung aus den Augen zu verlieren. Wir hatten natürlich Kartenmaterial, Navi und Reiseführer im Gepäck. Besonders hervorheben möchte ich den bekannten WoMo Reiseführer der Familie Schulz, mit dessen Hilfe wir viele sehr ausgefallene und abgelegene Plätze zum Übernachten oder Rasten finden konnten.
Ab Trondheim war uns klar, dass wir Südnorwegen nicht mehr hinbekommen in der zur Verfügung stehenden Zeit. Diese Tour haben wir im Jahr 2017 unternommen, weil wir von Skandinavien so beigeistert waren, dass wir nicht lange überlegen mussten, wohin uns die nächste Reise führen würde.
Was hat uns besonders fasziniert? Ja eigentlich alles. Die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen, denen wir begegnet sind. Ihre Verbundenheit mit der Natur, von der sie sehr viel geboten bekommen und der sie meistens viel wieder zurückgeben, indem sie sich der Natur gegenüber mit Respekt und Anstand verhalten. Die erfährt und sieht man als Tourist dadurch, dass die durchfahrenen Städte und Landstriche, egal ob dicht oder meist weniger dicht besiedelt, einen aufgeräumten und sauberen Eindruck hinterlassen. Wie oft haben wir mitten in der Pampa Rast-, Grill-, Stellplätze angefahren, die offensichtlich ständig gepflegt und in Ordnung gehalten werden. Der einzige „Abfall“ den wir bei Wanderungen sahen, war der Dung von Rentieren, Elchen oder anderen Lebewesen der Gegend. Das die Skandinavier mit der Natur verbunden sind kann man an den auch in unwirtlichsten Gegenden vorhandenen Hütten erkennen, die überall und im ganzen Land herumstehen, aber immer der Landschaft angepasst sind.
Faszinierend für uns auf jeden Fall die sagenhaften Landschaften, Gebirge mit und ohne Schnee, Buchten, Inseln und Gewässer. Auch die manchmal kilometerweiten Ebenen werden nie langweilig, da mit dem ständig wechselnden Wetter und Lichtverhältnissen immer spannende Landschaftbilder geboten werden. Da oft klare Luft- und damit klare Sichtverhältnisse bei ganztägig tiefstehender Sonne herrschen, hat man als Fotograf meist beste Voraussetzungen. Unsere Fotos sehen nicht immer so aus, das liegt aber am Fotografen und nicht am Wetter.
Viel Spaß vor allen Dingen beim Schauen.

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