Ein Eigenheim auf vier Rädern: Zur Geschichte des Wohnmobils

Wohnen wie im eigenen Ferienhaus und trotzdem immer mobil: Kompakte Eigenheime auf vier Rädern, die jeden erdenklichen Komfort bieten, erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Seit 2015 sind die Neuanmeldungen für Reisemobile im Vergleichszeitraum um nahezu 30 Prozent gestiegen. Zu den gemeldeten Wohnmobilen kommen noch viele als LKW registrierte Gefährte dazu, deren genaue Anzahl unbekannt ist. Das Wohnmobil kann also eine große Anzahl an Fans vorweisen, ist von Deutschlands Straßen nicht mehr wegzudenken und längst zu mehr als einem Fahrzeug geworden: Es verkörpert einen Lebensstil. Woher aber kommt dieser Trend? Und wie wurde das Wohnmobil eigentlich zu dem, was es heute ist? Dieser Frage wollen wir hier nachgehen.

Wir werfen einen Blick zurück zu den Ursprüngen dieser gelungenen Verbindung zwischen beruflicher und privater Reisetätigkeit, Freiheitsdrang und individuellem Wohnerlebnis.

Als Reisen noch beschwerlich war…

Die Idee, eine Art Multifunktions-Gefährt zu erschaffen, in dem man wohnen, schlafen und arbeiten, aber gleichzeitig von Ort zu Ort reisen kann, geht mindestens auf die Römerzeit zurück. Mit der Ausbreitung des römischen Reiches wurde der Transport von großen Mengen an Gütern und Personen über weite Strecken zum Thema. Das Zurücklegen dieser Strecken war anstrengend, die Straßen noch lange nicht problemlos befahrbar. Die Römer blickten sich in Bezug auf die Kunst des Wagenbaus einiges von den Kelten ab, unter anderem übernahmen sie die Technik der Federung, die diese schon im 2. Jahrhundert v. Chr. bei ihren Einachsern anwandten. In der Folge entstand der gedeckte Reisewagen mit federnd aufgehängtem Wagenkasten. Das stellte natürlich eine wesentliche Verbesserung für Kutscher und Fahrgäste dar: Das Reisen wurde bequemer, es traten weniger Schäden am Fuhrwerk auf, wodurch weniger Pausen für Reparaturen notwendig waren. Mit dem weiteren Ausbau des römischen Straßennetzes wurde es in der Folge möglich, durchgehend längere Strecken ohne zeitaufwändige Unterbrechungen zu befahren.

Natürlich eröffneten diese neuen Techniken auch neue Begehrlichkeiten: So ist von Kaiser Claudius überliefert, dass er auch auf Reisen nicht auf seine Leidenschaft, das Würfelspiel, verzichten wollte und seinen Reisewagen zu einem Spielzimmer umbauen ließ. Eine ziemliche Herausforderung angesichts der holprigen Strecke – es musste nämlich durch technische Maßnahmen sicher gestellt werden, dass die Würfel nicht durcheinander gerieten.

Vermutlich geht das Konzept der Reisewagen aber noch wesentlich weiter zurück als bis in die Römerzeit: Modelle von gedeckten Karren und Wagen, die wahrscheinlich als Kultgegenstände Verwendung fanden, wurden etwa in Ausgrabungen von Siedlungen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. entdeckt. Dem Wagen kam zur damaligen Zeit eine sakrale Bedeutung zu, er war das Gefährt der Götter oder – in Form des Streitwagens – jenes der Herrscher und Krieger. Erst später fanden die ersten gedeckten, zum Teil schon als Planwagen konstruierte Wagentypen profanere Verwendung: Ihre am weitesten verbreitete und wohl auch am häufigsten genutzte Form ist der Schäferkarren, den man, wenn man seine Funktion und Ausführung betrachtet, mit einiger Berechtigung als den direkten Vorläufer des heutigen Wohnmobils bezeichnen kann.

Arbeiten, Reisen, Essen und Schlafen: Vom Leben im Schäferkarren

Der Beruf des Wanderschäfers gehört wohl zu den ältesten nomadischen Professionen überhaupt. Hinweise auf die Verwendung von Wagen durch Wanderschäfer gibt es bereits für jungsteinzeitliche Kulturen – zum richtigen Wohn- und Reisewagen wurde der Schäferkarren aber vermutlich erst im 17. Jahrhundert. Die damals auch als „Schlupfkarren” bezeichneten Gefährte waren sehr schmal und vor allem extrem niedrig gebaut, sie dienten dem Schäfer lediglich als wind- und wettersichere Schlafstelle, die er in unmittelbarer Nähe seiner Herde platzieren konnte. Außer für eine Matratze und ein paar Habseligkeiten war darin nicht viel Raum, und bewegen konnte man sich im Inneren dieser frühen Reisemobil-Vorläufer ausschließlich auf Knien. Dennoch boten sie eine gewissen Komfort, der dem Übernachten auf freiem Feld jedenfalls vorzuziehen war: Schutz vor Unwetter, wilden Tieren und Insekten, und nicht zuletzt eine trockene und einigermaßen bequeme Lagerstätte. Es erscheint nur logisch, dass der Schäferkarren bald eine bedeutende Weiterentwicklung erfuhr: Er wurde vergrößert und so weit erhöht, dass man problemlos darin stehen konnte – damit war die Grundlage für ein weitgehend bewohnbares Gefährt geschaffen. Der Kreativität in Bezug auf Ausstattung, Funktionalität und Design waren zwar grundsätzlich keine Grenzen gesetzt, vom Komfort und der qualitativ hochwertigen Ausführung heutiger Wohnmobile war man aber noch meilenweit entfernt. Was als brauchbar erachtet wurde und vom Material und den Kosten her möglich war, wurde jedoch umgesetzt – es entstanden die ersten kleinen Häuschen auf Rädern, in denen man auch tatsächlich nicht nur übernachten, sondern auch über einen längeren Zeitraum richtig wohnen konnte.

Zur Innenausstattung eines Schäferkarren für gehobene Ansprüche zählten von nun an neben einem Bett samt Zubehör ein befestigter Tisch oder eine Tischplatte, eine Bank, sowie Regale und Ablageflächen für Kochgeschirr, Kleidung und andere persönliche Gegenstände des Wanderschäfers. Beleuchtet wurde mit Öllampen oder Kerzen, und meist wurde auch noch ein Ofen eingebaut – der Schäferkarren war damit nicht nur ganzjährig bewohnbar, es konnten auch wesentlich einfacher warme Mahlzeiten zubereitet werden.

Diese praktische Art, das Leben, Reisen und Arbeiten zu verbinden, setzte sich nicht nur in der Schäferzunft durch. Mit der Zeit entwickelten sich neue Berufsfelder, für die Mobilität zum zentralen Thema wurde: Händler, Werkzeugmacher, Kesselflicker und Wanderarbeiter waren darauf angewiesen, von Ort zu Ort zu reisen, um ihre Waren oder Dienstleistungen anzubieten. Da es für sie wenig Sinn ergab, eine Wohnstätte zu unterhalten, an der sie sich ohnehin kaum aufhalten konnten, wurde der Wagen zum Lebensmittelpunkt. Gereist wurde aus Gründen der Sicherheit, der besseren Transportkapazitäten und des sozialen Zusammenhalts in Gruppen. Es entstanden eigene Kulturen, die meist auch eine gemeinsame ethnische Herkunft besaßen: Roma und Sinti, die irischen „Travellers” oder die später sesshaft gewordenen Jenischen, denen auch einige bekannte Zirkusdynastien entstammen. Die nomadische Lebensweise dieser in ganz Europa verbreiteten Volksgruppen stieß in der sesshaften Bevölkerung auf teilweise beträchtliches Unverständnis und Ablehnung bis hin zu massiver Diskriminierung, die trotz gegenteiliger politischer Bemühungen bis heute fortdauert. Dennoch, viele Aspekte des Lebens auf vier Rädern, die wir heute auf ausgedehnten Campingtouren so schätzen – etwa die Freiheit, seinen Aufenthaltsort spontan zu wählen und seine Besitztümer auf das Sinnvolle und Notwendige zu reduzieren – haben ihren Ursprung in der trotz aller Diskriminierung stattgefundenen Romantisierung der fahrenden europäischen Volksgruppen.

Arist Dethleffs: Der Vater des Wohnmobils

Einer, der die Wünsche nach individueller Freiheit und Mobilität mit den Anforderungen des beruflichen Alltags im 20. Jahrhundert vorbildhaft unter einen Hut zu bringen verstand, ist Arist Dethleffs. Er gilt als der Erfinder des zeitgenössischen deutschen Wohnmobils, und das keineswegs zu Unrecht. Dethleffs war der Sohn des Inhabers eines Unternehmens, das damals – 1931 – schon gut hundert Jahre bestand und Peitschen produzierte und vertrieb. 1923 waren, dem damaligen sportlichen Trend folgend, Skistöcke dazu gekommen. Arist Dethleffs war Anfang der 1930er Jahre im Vertrieb für das Familienunternehmen tätig und dementsprechend viel unterwegs. Seine Verlobte, die Künstlerin Fridel Edelmann, die er auf einer seiner Geschäftsreisen kennen gelernt hatte, war von Arists langen Abwesenheiten nicht sehr angetan, andererseits aber selbst einem unkonventionellen Lebensstil nicht abgeneigt. Schon einige Jahre bevor sie ihren zukünftigen Mann kennenlernte, vertraute sie ihrem Tagebuch an: „Ich wünsche mir ein Wohnauto als fahrbares Künstleratelier.“ Nach der Hochzeit werden die Pläne konkretisiert. „So etwas Ähnliches wie ein Zigeunerwagen, in dem wir gemeinsam fahren, das wäre wohl das Richtige für uns“, schrieb Fridel an ihren Verlobten, und der nunmehrige Ehemann findet Begeisterung an der Umsetzung des Projekts. Der Prototyp des Dethleffs’schen Wohnautos wird zum Hochzeitsgeschenk, das die Bedürfnisse der Künstlerin Fridel und jene des Geschäftsmannes Arist Dethleffs gleichermaßen erfüllen soll. So plant Arist Dethleff sogar ein Hubdach ein, um für genügenden Lichteinfall zu sorgen – das Wohnauto soll schließlich für Fridel gleichzeitig als Atelier fungieren. Dethleffs erstes Wohnauto ist noch ein Caravan, entspricht also einem Wohnwagen. Bis zur Motorisierung des Gefährts vergehen auch noch einige Jahre, das erste tatsächliche Dethleffs-Reisemobil kommt erst 1977 auf den Markt. Die Vorarbeit jedoch ist geleistet, und schon das Urmodell des „Wohnautos” kann von der Ausstattung her mit zeitgenössischen Produkten durchaus mithalten: Als 1933 Tochter Ursula zur Welt kommt und die Touren der Familie Dethleff fortan begleiten wird, wird das regelmäßige Waschen der Windeln zur Herausforderung. Man löst auch dieses Problem, es wird kurzerhand eine Waschmaschine eingebaut. Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach: Die Waschtrommel wird in den Fahrzeugboden integriert, Wäsche, Waschmittel und Wasser eingefüllt, und losgefahren – durch das Gerüttel auf den damals noch häufig unasphaltierten Schotterstraßen wäscht sich die Wäsche quasi von selbst.

Selbstverständlich erregte diese unkonventionelle Art des Familienlebens Aufmerksamkeit, und immer mehr Menschen begannen sich für die Idee des „Wohnautos” zu interessieren. Familie Dethleffs wird mit Anfragen geradezu überhäuft, und so entsteht die Idee, das „Wohnauto” für einen größeren Abnehmerkreis produzieren zu lassen. Damit erfährt auch das Familienunternehmen einen bedeutenden Wandel: In einem Schuppen am Betriebsgelände entstehen die ersten maßgefertigten Wohnwagen in Handarbeit, und schon nach einigen Jahren ist die Auftragslage so groß, dass einige feste Mitarbeiter angestellt werden müssen. Mit dem Krieg brechen die Aufträge allerdings weg, und es dauert bis 1948, bis man sich wieder an die Produktion des zunehmend immer beliebteren Freizeitgefährts macht. Anfang der 1950er Jahre beginnt die Firma Dethleffs schließlich mit der Serienfertigung, anders ist der steigenden Nachfrage nicht mehr nachzukommen. Der Vorläufer des Wohnmobils ist endgültig im Mainstream angekommen.

Ein Traum von Freiheit: Die Camper-Generation

Den Traum von der unbegrenzten Freiheit auf vier Rädern hat sich wohl keine Generation so intensiv erfüllt wie jene des deutschen Wirtschaftswunders der 1950er und 60er Jahre. Mobilität bekam grundsätzlich eine neue Bedeutung; sie war nicht mehr mit so stark mit beruflicher Notwendigkeit verbunden. Man verbrachte die wohlverdiente freie Zeit nun nicht mehr ausschließlich in der näheren Wohnumgebung, mit Spaziergängen oder kleinen Ausflügen – Abenteuer, Ungezwungenheit und Freiheit waren zu den dominierenden Begriffen der aufkeimenden Freizeitindustrie geworden. Davon profitierten die Produzenten der ersten Wohnwagen-Serienmodelle: Die „Camper” der Firma Arist Dethleffs erfreuten sich so großer Beliebtheit, das bald weitere Serienmodelle folgten – Ende der 1950er Jahre waren es bereits acht, die Mitarbeiterzahl auf 60 angestiegen und die Betriebsräumlichkeiten zu klein geworden.

Die logische Folge dieser Entwicklung: Man gibt die Peitschen- und Skistockproduktion auf, expandiert und konzentriert sich künftig ausschließlich auf die Entwicklung und Fertigung neuer Caravan-Modelle. 1961 lässt sich das Unternehmen den ersten On-Board Wasch- und Toilettraum patentieren.

Nebenbei drängten aber auch neue Anbieter auf den Markt, die für weitere Innovationsschübe sorgten. Die Idee, aus dem bis dahin üblichen Gespann aus Wohnwagen plus Automobil ein eigenständig motorisiertes und damit vom Zugfahrzeug unabhängiges Reisemobil zu schaffen, kam rasch auf. Schon Anfang der 1950 Jahre experimentierte man bei VW mit der Kleintransporter-Eigenmarke T1. Mit der vom Zulieferer Westfalia entwickelten „Campingbox” ließ sich der Transporter zum Campingbus umbauen. Damit gab man sich aber nicht zufrieden – 1958 kam der erste komplett zum Wohnmobil umgerüstete VW-Campingbus auf den Markt und wurde zum unangefochtenen Spitzenprodukt des modernen Nomadentums. Die vielen Gestaltungsmöglichkeiten machten den T1 zum perfekten Multifunktions-Fahrzeug: Transportieren, Herumreisen, Arbeiten und Leben je nach Zeit, Lust und Laune – plötzlich schien vieles möglich, das kurz zuvor noch als unerfüllbarer Wunschtraum gegolten hatte. Der T1 verkaufte sich gut, und sein Nachfolgemodell T2, das 1967 auf den Markt kam, konnte beinahe schon als vollwertiges Wohnmobil bezeichnet werden – es bot zudem mehr Platz und eine wesentlich stärkere Motorleistung.

Der Klassiker unter den Campern regte aber auch die Phantasie zahlreicher Kreativer und handwerklich Geschickter mit begrenzten finanziellen Mitteln an: Mehr oder weniger parallel zur professionellen Weiterentwicklung der Campingbusse begannen diese, meist gebraucht erworbene, kostengünstige Fahrzeuge individuell zu gestalteten und sich damit auf ins Abenteuer zu machen. Die knallig-bunt bemalten Sinnbilder des Individualismus wurden zum Symbol für die beginnende Hippie-Ära und errangen in kürzester Zeit Kultstatus. So sehr, dass aufgepeppte Vintage-Versionen dieser Klassiker noch heute in Liebhaberkreisen erstaunlich hohe Verkaufspreise erzielen können.

Sozusagen als Gegenpol zur frühen D.I.Y.-Variante des Reisemobils machte zeitgleich die professionelle Weiterentwicklung des voll ausgestatteten Wohnmobils rasante Fortschritte. Die Einkommen waren gestiegen, mehrwöchige Urlaube wurden auch für Familien erschwinglich und zur Regel. Der Wohnmobilboom hielt an, und mehrere mittlerweile anerkannte Produzenten wie Dethleffs und Hymer begannen Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre die Produktion von Reisemobilen in Serienfertigung. Das mobile Eigenheim gehörte nun wie selbstverständlich zur neu entstandenen Freizeit- und Campingkultur. Auch die Ansprüche hatten sich verändert: Es repräsentierte nicht mehr ausschließlich die Abenteuerlustigen und Unkonventionellen, sondern war ab nun auch fest in der bürgerlich-soliden Bevölkerungsschicht verankert.

Für alle Ansprüche und jede Brieftasche: das Wohnmobil heute

Auch in den Jahrzehnten danach hat das Reisemobil seinen Eroberungszug durch Deutschland ungebremst fortgesetzt. Dazu haben einige begünstigende Faktoren beigetragen: So wurde 1974 die Campingplatzverordnung erlassen, was zu einer starken Regulierung der Stellplätze führte und wildes Campen de facto verunmöglichte. Davon ausgenommen waren jedoch Wohnmobile, die als PKW zugelassen waren. Campen wurde außerdem zu einem internationalen Phänomen, Reisende fanden nun über Ländergrenzen hinweg beinahe überall eine gute Infrastruktur und viele Gleichgesinnte vor. Design und Technik der Reisemobile, für eine zunehmend anspruchsvoller werdende Zielgruppe von immer größerer Bedeutung, wurden ständig verbessert. Die eher zweckmäßig-robuste Innenausstattung, die bisherige Wohnmobiltypen dominierte, wich einer nicht nur nach funktionalen Kriterien gestalteten Einrichtung. Ästhetik und qualitativ hochwertige Ausführung, leistungsstarken Motoren und eine große Auswahl an Aufbauten bestimmten nun den Markt.

Zu einem ersten Einbruch kam es allerdings mit dem verstärkten Aufkommen von Pauschalreisen und Billigflügen, die es ermöglichten, auch mit geringem Budget weite Strecken zurückzulegen und Destinationen zu erreichen, die über den Landweg nur sehr schwer und mit großem Zeitaufwand bereist werden konnten. Die Wohnmobil-Industrie reagierte mit neuen Modellen, die noch mehr Rücksicht auf individuelle Ansprüche nahmen, verbesserten Komfort boten und viel Spielraum bei der Auswahl von Ausführung und Ausstattung ließen. Heute ist das Angebot an verfügbaren Reisemobil-Modellen so groß, dass die meisten Hersteller ihre Produkte auf gut besuchten Ausstellungen und Messen präsentieren, um potenziellen Kunden den Überblick zu erleichtern. Dabei geht der Trend zur individuellen Lösung: Immer mehr Anbieter setzen auf Maßanfertigung nach Kundenwünschen. Die Bandbreite des Möglichen ist groß und im Prinzip nur durch die finanziellen Mittel des zukünftigen Reisemobilbesitzers beschränkt – sie reicht von der Matratze und Bettwäsche nach Maß bis zum eingebauten Dach-Swimmingpool. Zugegeben, die Nachfrage im obersten Luxussegment dürfte in Deutschland begrenzt sein – hochwertige Materialien, aufwändige, detailgenaue Ausführung und eine Konzeption am letzten Stand der Technik sind für viele Interessenten aber maßgeblich für eine Kaufentscheidung.

Auch der kleine Bruder des Wohnmobils, der Campingbus, findet wieder seine Abnehmer – vor allem in einer jüngeren, urbanen Käuferschicht, der praktische Ausführung, Modulbauweise und leichte Veränderbarkeit wichtiger sind als hochpreisiges edles Design.

Und eine weitere Interessentengruppe ist in den letzten Jahren zum Faktor am Wohnmobilmarkt geworden: Jene, die von dieser Art des Reisens zwar fasziniert sind, aber aus unterschiedlichsten Gründen den Kauf eines eigenen Fahrzeuges nicht in Betracht ziehen. Sie können inzwischen aus einer Unzahl an Anbietern von Miet-Wohnmobilen auswählen. Die Vorteile des Mietens liegen auf der Hand: Die angebotenen Fahrzeuge sind voll ausgestattet – vom LED-Fernsehgerät mit SAT-Anlage über die Campingausrüstung bis zum Fahrradträger ist alles vorhanden, was für eine längere Tour benötigt wird. Wartung, Anmeldung, Versicherung und weitere bürokratische Hürden entfallen, der Anbieter kümmert sich um alle notwendigen Schritte. Und schlussendlich bietet die Mietvariante die Möglichkeit, jeden Urlaub oder Kurztrip mit einem den jeweiligen Anforderungen entsprechenden Fahrzeugmodell zu unternehmen – ein unschätzbarer Vorteil, wenn man häufig Touren mit variierender Anzahl an Mitreisenden unternimmt.

Es bleibt abzuwarten, was die Zukunft für das Wohnmobil und seine Anhänger in den nächsten Jahren bereit hält und welche Entwicklungen der Trend, der auf eine so lange Tradition und unendlich viele kreative Innovationsschritte zurückblicken kann, schließlich erfahren wird. Sicher ist: Die Geschichte des Reisens im Eigenheim ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.

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