Als Reisemobilist haben wir uns in der Vergangenheit und auch teilweise heute noch von einem Wlan-Hotspot zum nächsten gehangelt. Diese sind in der Regel natürlich nur auf Camping- und Stellplätzen verfügbar und in der Hauptsaison doch ziemlich überlastet. Heutzutage hat man insbesondere mit dem neuen Datenstandard LTE bzw. 4G den Mobilfunkstandard der vierten Generation mehr Möglichkeiten als früher. So können nicht nur bis zu 37 MB pro Sekunden an Daten übertragen werden, auch die Reichweite vom Sendemast zu Ihnen als Empfänger ist deutlich höher als früher, was eine bessere Netzabdeckung auch in weniger stark besiedelten Regionen möglich macht.

Ein Ausflug in die Welt des LTE

LTE ist die Abkürzung von Long Term Evolution. Mit LTE sind hohe Bandbreiten möglich, die um ein Vielfaches höher liegen als bei UMTS. Dadurch verändert sich das mobile Surfen komplett. Darüber hinaus ist LTE weniger störanfällig als UMTS und lässt mehr Verbindungen pro Sendemast zu als das bei UMTS möglich war und auch die Sendereichweite ist deutlich höher.

Bei hohen Frequenzen sprechen wir von einer Reichweite des Sendemastes von ca. 2km rund um diesen, was in Städten der Fall ist. Ist die Frequenz niedriger, was in der Regel in dünn besiedelten Regionen der Fall ist, haben Sie rund um den Sendemast eine Reichweite von 10km und mehr. Wie gesagt in diesem Fall können Sie weniger Daten pro Sekunde übertragen.

Die Nachteile des öffentlichen WLANs

Prepaid Karten sind heute so günstig, dass viele den reinen Datenverkehr über den Mobilfunk vor eingeschränkten (unsicheren) Wlans bevorzugen. An dieser Stelle möchte ich gerne noch einen kleinen Ausflug zum Thema Sicherheit in öffentlichen Wlan-Netzwerken machen.
Wlans sind schnell und einfach zu benutzen und das ganz egal ob Sie sich auf dem Camping- oder Stellplatz aufhalten. Heute benötigt man kein Profi-Equipment mehr und muss auch kein Netzwerk-Profi sein um hier Schaden anrichten zu können. In der Regel reicht ein Smartphone mit einer passenden App. Noch einfacher wird es für Datenschnüffler, wenn diese selbst ein öffentliches Wlan Netzwerk bereitstellen mit dem Sie als Benutzer sich dann verbinden. Nun kann diese Person alle Ihrer übermittelten Daten mitlesen. Aus diesem Grund sollten Sie wissen, wem das Netzwerk gehört mit dem Sie sich verbinden. Damit niemand die Verbindung belauschen kann, sollte die Verbindung zwischen Ihrem Webbrowser und dem Server verschlüsselt sein. Das ist möglich, wenn Anbieter wie z.B. Amazon oder Facebook das HTTPS-Protokoll anbieten. Ob die Verbindung verschlüsselt ist, sehen Sie an dem kleinen Schloss-Symbol neben der URL in Ihrem Webbrowser.

Die Vorteile von Prepaid mit LTE

Mit einer Prepaid-Karte sind Sie deutlich unabhängiger, was die Verfügbarkeit der Provider betrifft. Doch welche Möglichkeiten habe ich mit einer Prepaid-Karte und vor allem, wie sieht es mit der Netzabdeckung aus? Der LTE-Ausbau wird von den drei großen Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefonica O2 vorangetrieben, wobei die Telekom und Vodafone die meisten aktiven LTE-Basisstationen stellen. Entsprechende Übersichtskarten der Netzbetreiber für Deutschland finden Sie für die Telekom unter https://www.telekom.de/start/netzausbau, für Vodafone unter https://www.vodafone.de/hilfe/netzabdeckung.html und für O2 unter https://www.o2online.de/service/netz-verfuegbarkeit/netzabdeckung/. Möchten Sie die LTE-Verfügbarkeit für eine bestimmte Adresse im Vergleich sehen, so können Sie dies unter https://www.4g.de/4g-lte-verfuegbarkeit/ tun. Doch wie nutze ich die Prepaid- Karte.

Heute bietet jedes Smartphone und das bereits seit mehreren Jahren LTE-Unterstützung an. Mobiles Internet liegt voll im Trend und hierbei natürlich insbesondere der superschnelle LTE-Mobilfunkstandard. Mit dem Start der ersten LTE-Netze 2010, gibt es vergleichsweise wenig Netbooks, Ultrabooks oder Notebooks mit LTE-Support wie bei den Mobilfunkgeräten. In der Regel müssen Sie als Benutzer also einen externen USB-Mobilfunkstick verwenden. Allerdings kommt so immer nur ein Gerät zur gleichen Zeit ins Netz, ein Tausch der Sim-Karte ist meist fummelig und nicht gerade komfortabel und gerade wir als Reisemobilisten sind auch gerne mal im Ausland unterwegs und müssten diese ständig austauschen.

Roaming – Gibt’s das noch?

Hier sind wir nun beim nächsten Thema und das ist das Roaming. Früher war es mit den meisten Tarifen für mobiles Internet möglich im Ausland im Internet zu surfen. Aufpassen musste man nur auf die Roaming-Gebühren die für die Nutzung ausländischer Netze anfallen, wodurch man schnell in eine riesige Kostenfalle tappen konnte. Mit der 2017 vollzogenen EU-Regulierung des Roamings sollte damit endlich Schluss sein und die Roaming-Gebühren wurden auch tatsächlich zum 15. Juni 2017 EU-weit abgeschafft. Jetzt könnte man meinen: „Na ist doch wunderbar“. Doch das Ziel, dass man auch im Ausland genau so viel bezahlt wie zu Hause in Deutschland, wurde nur bedingt erreicht. Die Mobilfunkunternehmen müssen auch weiterhin für die Nutzung nicht eigener Netze zahlen und leiten die Kosten nun nicht mehr als Roaming weiter, sondern in Form von höheren Grundgebühren. So sind die EU-Roaming-Gebühren bei der Telekom in den MagentaMobil-Tarifen ebenso wie bei den Easy- und Red-Tarifen von Vodafone sowie den o2-Blue-Tarifen bereits enthalten. Auch kann man tarifabhängig ggf. nicht das vollständige Datenvolumen ins Ausland mitnehmen. Manche Discounter mit besonders günstigen Tarifen gehen aber noch einen Schritt weiter und sperren das Roaming gleich von vorneherein aus. Ersatz hierfür sind teure Extra-Tarife, mit denen man auch im EU-Ausland surfen, telefonieren und SMS verschicken kann. Eine gute Alternative sind Prepaid-Tarife beispweise von Simly, das sich auf ausländische SIM-Karten spezialisiert hat. Hier sind die Datentarife besonders günstig und man erhält auch noch ein großes Datenvolumen, denn wer mag es schon im Ausland mobil auf dem Trockenen zu sitzen! Ist man länger im Ausland unterwegs kann man sich stattdessen auch für einen Tarif des Providers Blau entscheiden. Provider gibt es wie Sand am mehr und es lohnt sich vor jeder Reise einen kurzen Vergleich anzustellen oder auch mal in Reiseforen anzufragen, welche Prepaid-Karten für ein bestimmtes Reiseziel besonders empfehlenswert und vor allem günstige Alternativen zu den heimischen Anbietern sind.

Mobilfunk-Router

In diesem Fall bietet sich also eher eine Alternative zum USB-Mobilfunkstick oder einem fest verbautem LTE- oder UMTS-Modul in einem Notebook oder Tablet an. Die Alternative heißt Mobilfunk-Router um mehrere Geräte mit einem Hotspot zu verbinden, der per LTE an einen Mobilfunkmast angebunden ist. Dies entlastet den Smartphone-Akku und die aktuelle Generation bietet Geschwindigkeiten von bis zu 37 MB Datentransfer pro Sekunden an. Also noch mal kurz zusammengefasst: Mit einem Mobilfunk-Router können Sie Smartphones, Tablets und Laptops per WLAN mit dem Mobilfunk-Router verbinden und dieser stellt per LTE oder UMTS eine Verbindung ins Internet her.

Diese Mobilfunk-Router sind meistens sehr kompakt und lassen sich sowohl mobil mitnehmen, da sie in der Regel über einen eigenen Akku verfügen als auch stationär im Reisemobil an eine Steckdose anschließen. Darüber hinaus hat man eine noch bessere Internet-Anbindung, da man davon ausgehen kann, dass die Wahrscheinlichkeit der Erreichbarkeit höher ist, wenn sich Smartphone und Router in zwei unterschiedliche Netzwerke einwählen. Darüber hinaus bleibt man auch im Ausland unter der gewohnten Handynummer erreichbar, da die SIM-Karte des Smartphones nicht ausgetauscht werden muss. Zur Vorbereitung auf die Auslandreise kann man sich die App „OpenSignal“ auf seinem Smartphone installieren. Diese ist sowohl für den Apple- als auch den Android-Store verfügbar. Hier können Sie sich den NetworkRank anzeigen lassen und können so vergleichen, welcher Anbieter die beste Leistung in der Region bietet, in der Sie sich gerade aufhalten. Oder Sie geben einfach den Ort an, für den Sie die Leistung der einzelnen Provider vergleichen wollen. Keine Sorge, OpenSignal ist zu 100% unabhängig und wird crowdgesourced.

Welcher Router ist der Beste?

Doch worauf sollte ich achten, wenn ich mir einen Mobilfunk-Router für mein Reisemobil zulegen möchte. Zu den wichtigsten Auswahlkriterien zählen WLAN-Ausstattung, Gewicht, Akkulaufzeit, Display, Erweiterungssteckplätze für SD-Kärtchen, der Lieferumfang und die Bedienungsanleitung. Bei einigen Geräten können bis zu 32 WLAN-Clients gleichzeitig mit dem Router verbunden werden und das reicht immer noch für die meisten Anwendungsfälle. Einige Router lassen sich darüber hinaus auch als Repeater einsetzen um das Signal zu verstärken. Mit Akkukapazitäten von 2800 bis 3600 mAh halten die mobilen Mobilfunk-Router zwischen 10 und 16 Stunden den Betrieb aufrecht bevor der Akku geladen werden muss. Bei häufigem Zellenwechsel oder großer Distanz zur Basisstation dürfte sich die Laufzeit verkürzen. Gemessen an den Sende- und Empfangsraten sind aktuelle Mobilfunk-Router bei guter Funkverbindung sogar gängigen Festnetzanschlüssen von den Datenraten her weit überlegen.
In diesem Artikel möchte ich keine Empfehlung für einen Router aussprechen, da diese Empfehlung in wenigen Monaten schon bereits wieder veraltet wäre. Meine Empfehlung ist deshalb, dass Sie auf Google einfach mal nach Mobilfunk-Routern suchen. Hier werden Sie etliche Vorschläge erhalten und gleich viele Testberichte und Kommentare von Anwendern finden. Ich wünsche Ihnen schöne Urlaube und viel Spaß beim Surfen!

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