Auf nach Usedom!

Schuld war eine interessante Doku im Spätsommer im Fernsehen. Diese zeigte die beiden Seebäder Ahlbeck und Heringsdorf auf der Halbinsel Usedom, im äußersten Nordosten Deutschlands. Beeindruckende Bilder von den beiden Orten und dem Ostseestrand weckten in uns (Norbert und Ulrike) das Bedürfnis da mal hin zu müssen. Wir hatten eine gute Woche Zeit und das Wetter war für die 2. Sept. – Woche als sehr schön angesagt. Also kurz entschlossen das Reisemobil gepackt und auf den Weg gemacht. Eine -aus heutiger Sicht- unvergessliche Woche begann.

Kleiner Zwischenstopp in Magdeburg!

In der kurzen Vorplanung ermittelte ich die Entfernung von uns (Limburg/Lahn) nach Heringsdorf von etwa 800 km. Also, …eine Zwischenübernachtung einplanen.
Weil wir Potsdam und Berlin schon kannten, wählte ich ‚Oranienburg‘, etwas nördlich von Berlin hierzu aus. Dort soll es 2 schöne Stellplätze geben und es soll ein ganz interessanter Ort sein, ca. 570 km Fahrstrecke und der wäre wohl in gut 7 Std. erreichbar. Es kam aber anders. Wir fuhren über Gießen auf die A 5 Richtung Norden und wollten über Göttingen, Braunschweig Richtung Berlin fahren. Aber, Freitag, starker Verkehr, und schon ab Kassel Staus und lange Staumeldungen für unsere Richtung. Also umplanen und kurz vor Göttingen auf die wenig befahrene A 38 Richtung Osten. Hinter Sangershausen ein Stück B 180 Richtung Aschersleben und auf die A 14 Richtung Magdeburg.
Magdeburg?? -man ist ja als Wohnmobilist flexibel- warum nicht mal Magdeburg anschauen. Wir kannten die Stadt nicht und die App von Promobil zeigte uns ein Stellplatz für 50 Mobile direkt an der Elbe, wenige 100 m von der Innenstadt / Fußgängerzone entfernt. Also Navi-Daten eingegeben und hingefahren.
Am ‚Schleinufer‘ -so heißt die Straße parallel zu Elbe- sahen wir die Mobile am Elbe-Ufer stehen. Aber wie hinkommen?? Wir fuhren 3 x über einen PKW-Parkplatz oberhalb des Womo Stellplatzes, aber es gab keinen Weg ‚hinunter‘ ans Elbe-Ufer. Also, aussteigen, hinunterlaufen und fragen! Lösung, ganz einfach, aber ohne Hilfe fast unauffindbar! Ca. 100 m vor dem Parkplatz gibt es einen modernen, versenkbaren Poller. Ca. 5 m daneben steht unauffällig ein Automat,
8 € einwerfen und schon gibt der Poller die Einfahrt nach unten frei.
Toller Stellplatz, viel Raum zum Nachbar-Mobil, prima Sicht auf die Elbe, aber kein Stromanschluss. Schöner, kurzer Fußweg in die Fußgängerzone und die Innenstadt mit vielen interessanten Bauwerken, vielen Lokalen, Restaurants mit schönen Sitzmöglichkeiten im Außenbereich. Unbedingt anschauen: Das „Hundertwasser“ Haus, einfach beeindruckend und faszinierend.

Am ruhigen Stellplatz, im Liegestuhl bei einem kühlen Bier mit Blick auf die Elbe, den Tag ausklingen lassen. Der Ausflug hierher hat sich wahrhaftig gelohnt!

Wunderschöner Stellplatz direkt an der Havel!

Weil das Wetter wunderschön war fuhren wir gemütlich auf der B 1 über Burg, Richtung Potsdam und wollten uns dabei kurz das Städtchen „Brandenburg an der Havel“ ansehen, ca. 80 km von Magdeburg entfernt. Der Elbe-Havel-Kanal führt dort durch die „Havelsche Mark“ mit großen landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Suche nach einem Parkplatz in Brandenburg führte uns auf den großen PKW Parkplatz in der Nähe des Doms, neben dem sich ein attraktiv angelegter Stellplatz, mit Ver/Entsorgung, Strom und Kiosk, für ca. 60 Womo’s befindet, in wunderschöner Lage direkt an der Havel. Es bedurfte nur einer kurzen Überlegung um zu entscheiden: Hier bleiben für einen Tag, hier übernachten wir! Es war eine sehr gute Entscheidung.
Zahlreiche Sehenswürdigkeiten in einem sehr schönen, gepflegten Stadtbild warteten auf unsere Besichtigung. Nachmittags machten wir -direkt vom Anleger am Stellplatz aus- eine Havelrundfahrt mit vielen interessanten Erklärungen verbunden. Abends suchten wir in uns ein Restaurant in schöner Lage aus, alles war gut zu Fuß vom Stellplatz aus zu erreichen.

Schiffshebewerk Niederfinow!

Der nächste Tag sollte uns aber jetzt wirklich in unser Zielgebiet, also auf Usedom führen. Den geplanten Besuch von „Oranienburg“ verschoben wir kurzerhand auf ein ‚Später‘ und fuhren auf der A 10, der nördlichen Umgehung von Berlin, auf die A 11 in Richtung Stettin. Laut Navi wären wir Mittags auf Usedom eingetroffen, …wenn da nicht die Abfahrt „Eberswalde“ gewesen wäre! Frau Engel, von ‚Engel Caravaning‘ hat mir mehrmals vom großartigen Schiffs-Hebewerk in „Niederfinow“ vorgeschwärmt, dass man unbedingt mal gesehen haben müsste! …Dieses Niederfinow lag kurz hinter Eberswalde, am hoch gelegenen Oder-Havel-Kanal und das Schiffs-Hebewerk, dem ältesten noch im Betrieb befindlichen Hebewerk Deutschlands in dieser Art. Geplant bereits 1906 und 1934 in Betrieb genommen, bringt es große Schiffe, mit einem Gewicht von 1000 To., über einen Höhenunterschied von 36 Metern nach unten zur Oder. Man muss kein techn. interessierter Mensch sein um von diesem außergewöhn-lichen Bauwerk begeistert zu sein. Die schiere Größe beeindruckt schon jeden!
Jährlich wird es von mehr als 150.000 Besuchern besichtigt. Dicht daneben ist ein neues, noch größeres Hebewerk im Bau, was wohl 2019 in Betrieb gehen soll.
Wir verweilten hier ca. 3 Std., die sich aber absolut gelohnt haben.

Spätnachmittags erreichten wir dann Usedom und suchten nach einem schönen Stellplatz. Im Küstennahen Bereich von Ahlbeck / Heringsdorf / Bansin gibt es lt. Promobil App 6 Stellplätze, für von 3 – 30 Mobile, aber das schöne Wetter hat auch andere auf die Idee gebracht hierher zu fahren. Am „Stellplatz am Korbwerk“, in der Mitte zwischen Heringsdorf und Ahlbeck, fanden wir dann auch noch einen Platz. Er liegt im hinteren Bereich einer (Strand) Korb- Manufaktur und war noch im Bau befindlich. Wegen der guten Lage zum Strand (300m) und zu den beiden Orten sicher mal ganz empfehlenswert, wenn er dann mit Sanitär und allem richtig fertiggestellt sein wird. Schön ist die Lage vor einem bewaldeten Hügel nicht gerade, aber für 1-2 Übernachtungen sicher ok.

Die Insel Usedom!

Bei einer kurzen abendlichen Radtour (wir hatten unsere e-Bikes dabei) fanden wir einen sehr schön gelegenen, gepflegten Campingplatz, das „Mobilcamp Heringsdorf“. Natürlich voll belegt, lange vorab Buchungen seien hier notwendig.
…Aber manchmal hat man auch Glück im Leben. Wir trafen beim Abendessen ein Paar was auf diesem CP stand und Frau sagte uns, dass sie sich beim Fahrrad-fahren verletzt hätte und wegen starker Schmerzen tags darauf abreisen würden. Wir könnten gerne deren Platz übernehmen, der noch für die ganze Woche von ihnen gebucht sei. Da haben wir natürlich sofort zugegriffen. Was uns in der folgenden Woche dann hier positives erwartet hat, was wir alles erlebt und unternommen haben, ist kaum ausführlich zu beschreiben und würde den Rahmen dieses Blogs absolut sprengen.
Daher nur einige kurze Stichworte hierzu:  Wunderschöne, sehr gepflegte Orte (Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Koserow, Zinnowitz) mit sehr schön gelegener und sehr gepflegter Gastronomie, Cafe’s, Restaurants zu absolut ‚volkstümlichen‘ Preisen, tolles gut ausgebautes Radwege-Netz (Fahrräder sollte man unbedingt dabei haben) alle Orte mit DB-Anschluss, die auch Fahrräder transportiert, Zugfahrt auch ins historische/legendäre Peenemünde (Raketenbau NS-Zeit) möglich, guter Radweg ohne Grenzkontrolle nach „Swinemünde“ (Polen) vorhanden, dort ebenfalls interessante Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und vor allem der große „Polenmarkt“, zu dem täglich ganze ‚Busladungen‘ aus Deutschland hin transportiert werden …und last not least der tolle Strand der Ostsee! Kilometerweit breiter, fester Sandstrand, ideal für lange Spaziergänge am Meer entlang und natürlich auch mit sanftem Einstieg ins Wasser.

Usedom wir kommen wieder!

Wir waren eine volle Woche hier, haben vieles gesehen, aber längst noch nicht alles, -will heißen wir müssen hier noch mal hin- und waren von dem was wir hier vorhanden ist überaus angetan und begeistert. Klar, das schöne Wetter tat ein Übriges zu unserem hohen Wohlbefinden bei. Wir würden Usedom mit seinen drei historischen „Kaiserbädern“ jedem italienischen Adria-Strand vorziehen, wenn, ja, wenn man wüsste ob hier immer das Wetter so gut ist. Aber… wir sind ja mit unserem Reisemobil flexibel und spontan. Usedom, wir kommen wieder.

…Allen, die unserem Trip an die Ostsee auch mal ähnlich folgen wollen wünschen wir genauso viel Genuss und Freude wie wir es bei dieser Reise hatten.

Norbert und Ulrike

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